Tofu selber machen: Rezept und Anleitung

Tofu selber machen: Rezept und Anleitung

Tofu selber machen? Ja das geht tatsächlich. Bei meinem ersten Versuch entstand dabei eine Art Tofuquark, der sonst für teuer Geld im veganen Handel oder im Bioladen verkauft wird.

Die Zutaten, um Tofu selber zu machen betragen dabei knapp einen Euro. Im Gegensatz zu knapp drei Euro für einen Becher veganen Quark ist der selbstgemachte Sojaquark also ein echtes Schnäppchen. Und so einfach geht’s:

Was benötigt man, um Tofu selbst zu machen?

Nicht viel, so viel steh fest. Wer Tofuquark herstellen will kann im Prinzip sofort loslegen, denn einen Liter Sojamilch oder Soja-Reis-Milch, zwei Esslöffel Essig oder Zitrone und einen Topf, sowie ein Tuch und ein Sieb hat bestimmt jeder zu Hause.

Anleitung zum Tofu selber machen

Schritt 1: 1 Liter Sojamilch in einen Topf gießen und 2-3 Esslöffel Essig oder Zitronensaft hinzufügen. Die Säure lässt die Eiweiße in der Sojamilch gerinnen und das ist eigentlich auch schon der ganze Spuk. Ähnlich wie bei der Käseherstellung trennt sich die Molke von den festen Bestandteilen und heraus kommt ein mittelfester Quark.

Schritt 2: Wartet bis die Milch kurz vor dem Siedepunkt steht und leicht aufquillt, danach sollte sie sofort vom Herd genommen werden. Wer wenig umrührt, wird – wie übrigens immer beim Kochen – auch in der Tofuherstellung belohnt.

Schritt 3: Nach ungefähr 10 Minuten Ruhe haben sich die festen Bestandteile deutlich von der Sojamolke abgesetzt, es ist Zeit, den Bruch abzuschöpfen. Dafür einfach ein feines Tuch über ein sehr engmaschiges Sieb legen und den Bruch hineingießen.

Schritt 4: Der Tofu muss nun abtropfen. Ich habe ihn dafür einfach wie im Bild zu sehen aufgehangen. Nach einer Stunde sollte die letzte Flüssigkeit abgetropft sein.

Schritt 5: Den Tofu nun mit oder ohne Tuch kurz in Eiswasser geben und dann in eine Tupperbox umfüllen. Im Kühlschrank wird die Masse noch fester.

Ich werde demnächst einmal ein wenig mit verschiedenen Säuren und Sojamilchsorten herum experimentieren, denn es muss ja auch irgendwie möglich sein, wirklich festen Tofu herzustellen. Aus der Masse habe ich übrigens einen leckeren veganen Frühlingsquark (Rezept bald hier!!) gemacht, der wunderbar zum veganen Grillabend passte. Yummie.

24 Comments

  1. wie wäre es mit mehr essig und das ganze noch „ausdrücken“ damit mehr flüssigkeit raus geht, dann sollte es doch automatisch fester werden :)

  2. Hi Isi,

    das hab ich probiert, aber mein Tuch war leider nicht allzu tauglich. Würde aber denke ich auf jeden Fall funktionieren :)

  3. Huhu ^^ Ich werde das heute mal probieren und bin schon arg gespannt **freu** Und dann wird weiterverarbeitet zum Kräuter-Quark **smile**

    Grüßle aus Kiel

  4. Hiiiilfeeeee,
    irgendwie kann das doch nicht sein, dass aus 1l Sojamilch 100g Tofu werden…
    Wisst ihr was ich falsch mache???

  5. Pingback: Anonymous

  6. Hallo!
    Werde morgen auch mal den Quark versuchen zu machen. Heißt das, es gibt nur eine 10% Ausbeute? Kann man die Molke eigentlich noch irgendwie verwenden? Fänds schade sie wegzukippen.
    Übrigens verstehe ich „Den Tofu nun mit oder ohne Tuch kurz in Eiswasser geben“. Erst mühsam abtropfen lassen und dann in Wasser geben??? Und wozu eigentlich?
    Freu mich über Antworten, da der Versuch natürlich gelingen soll.
    Grüße
    Anna

  7. Hallo Anna,
    du kannst den Schritt mit dem Eiswasser natürlich auch aussparen, es geht nur darum, die Masse kurz runterzukühlen. Keine Angst, dabei wird der Quark nicht wieder extrem flüssig, er verbindet sich auch nicht mit dem Wasser. Wenn du magst, kannst du ihn auch in eine Schüssel geben und diese dann in Eiswasser stellen. Was man mit der Molke anfangen kann weiß ich auch nicht genau. Da bin ich überfragt. Villeicht weiß ja jemand der hier mitliest etwas?!

    LG
    Nicole

  8. finde ich schonmal super von so etwas zum selbermachen zu lesen, also dafür schonmal danke! was ich mich gefragt habe: geht das ganze auch nur mit reismilch, oder auch hafer-? ich habe momentan nämlich keine soja- oder sojareismilch im haus und wollte eigentlich gerne direkt was ausprobieren… einen versuch mit sauerkrautsaft den man zu der milch geben soll, werde ich auf jeden fall im kleinen stil diesen abend schonmal ausprobieren (auch wenn da auch nur von sojamilch die rede war). 3 tage soll das dauern hab ich gelesen. falls das ganze für dich interessant klingt, hier hab ich die idee her:
    http://vegan.de/foren/read.php?30,393177,421241#msg-421241
    mal schaun was hinterher dabei rumkommt ;)
    liebe grüße,
    miriam

  9. Hallo Miriam,

    ich glaube das funktioniert nur mit Sojamilch richtig gut. Wenn du andere Erfahrungen machst freu ich mich, von dir zu hören. :)

  10. Pingback: Ich mach Tofu, Tofu, Tofu – ähm… was hab ich denn da produziert?! « mueckeblog

  11. Pingback: Vegane Küche: „Mousse au Chocolat“ | Vegetarier Only

  12. Die Molke kann als Geschirrspülmittel, Waschlotion, Shampoo oder Holzpolitur verwendet werden.

  13. Also ich habe Rosmarin mit in die aufkochende Milch gegeben. Der Frisch“käse“ hatte dann so einen netten Beigeschmack. Und in die Molke habe ich Tomatenmark gerührt und etwas Zwiebel dazu angedünstet. Sicher könnte man es auch noch andicken, usw. Jedenfalls hat die draus gewonnene Suppe auch dank des Rosmarins wirklich genial geschmeckt.

    das zum Thema Molke.

    VG

  14. Pingback: Fotorezept - Vegane Aprikosenknödel

  15. Hi,
    ich habs grade mit der Sojamilch von Netto versucht. Klappt gar nicht.
    Es blieb einfach flüssig. Habe Zitronensaft verwendet.
    Habe ich ev. etwas falsch gemacht oder geht das nicht mit jeder Sojamilch?
    Gruß

  16. Hallo Miriam, Junico, Venny und jeder andere natürlich auch,

    AAAALSO, spricht Veganissimo,
    ob das mit Hafermilch und Reismilch geht, wage ich zu bezweifeln – habe mir aber noch nicht den Kink vom Vegan-Forum durchgelesen – hier meine Erklärung:
    Hafermilch und Reismilch haben zu wenig Eiweißgehalt, das Zeugs gerinnt nicht, was allerdings beim Kuchen backen oder Muffins backen sehr von Vorteil ist, denn Natron braucht Säure, damit der Teig schön locker wird. Backpulver besteht deshalb meist aus Natron plus Phosphorsäure oder Natron plus Weinstein.
    Gerade bei Muffins wird neben Backpulver auch Natron im Teig verwendet und da fängt bei veganen Muffins das Dilemma an:
    Wie bekomme ich Säure in den Teig, wenn Buttermilch oder Joghurt nicht in Frage kommen?
    Nun, indem man Getreidemilch oder Reismilch benutzt und etwas Apfelessig hineintut – die Muffins sind der HAMMER, schön fluffig und KEINE Eiweißgerinnung. Natürlich kann man auch Sojaghurt nehmen…
    Bevor ich zum Tofu, das eigentliche Thema zurückkehre, noch kurz etwas zum Sojaghurt selber machen, da hier dasselbe Phänomän auftaucht:
    Ohne genügend Eiweiß ist keine Sojaghurt-Herstellung möglich. Das bedeutet, mit Getreidemilch und Reismilch funktioniert das nicht. Es funktioniert allerdings auch nicht, wenn man die Getreidemilch mit Eiweiß anreichert. Und noch ein Phänomän:
    Die Sojaghurt-Herstellung klappt NICHT mit jeder Sojamilchsorte und leider auch NICHT mit selbstgemachter Sojamilch, obwohl der Eiweißgehalt hoch genug ist. Mit Natumi Sojamilch klappt es, mit der von Netto, meine ich gelesen zu haben, dass es nicht funktioniert.
    So, und nun zum Tofu:
    Der eigentliche Tofu enthält als Gerinnungsmittel entweder Magnesiumdchlorid mit Magnesiumsulfat oder Calciumsulfat oder das traditionellere Nigari.
    Auf Chefkoch.de gibt es unter dem Stichwort „Tofu Gerinnungsmittel/Nigari“ einen guten Thread zu diesem Thema. Dort steht auch, dass es mit Zitrone nicht fest genug wird oder irgendwann zu sauer. Der Thread ist wirklich sehr, sehr hilfreich zum Thema Tofu-Herstellung.
    Mit selbstgemachter Sojamilch klappt Tofuherstellung, im Gegensatz zur Sojaghurt Herstellung allerdings sehr gut. Warum die Herstellung von Sojaghurt aus selbstgemachter Sojamilch NICHT funktioniert konnte ich bisher noch nicht herausfinden.

    Und nun zu dem was Miriam schreibt:
    Der Effekt mittels Sauerkrautsaft aus Getreidemilch, Reismilch oder Nussmilch nach 3 Tagen etwas herzustellen ist etwas ganz anderes. Hier geht es eher um Fermentation bzw. vergären. Auf diese Weise erhält man dann eher etwas Kefirartiges.

    Evtl. waren meine Ausführungen hilfreich?
    Herzliche Grüße

  17. Nachtrag:
    Auf Chefkoch.de,
    bin ich jedoch auf die Aussage gestoßen, dass man, was Joghurt-Herstellung betrifft, man aus Nussmilch Joghurt herstellen kann. Man muss dann allerdings mit Verdickungsmitteln tricksen und benötigt wohl spezielle Kulturen.
    Desweiteren sollen Firmen Forschung betreiben, ob es auch möglich ist, aus Getreidemilch Joghurt herzustellen, wozu es spezieller Kulturen bedarf – was u.a. erforscht werden soll.
    Kokosjoghurt, Mandelmilchjoghurt sind mit speziellen Kulturen und/oder Trickserei durchaus möglich.
    Das aber nur am Rande, da es hier ja eigentlich um Tofu geht – allerdings besteht für mich, schon alleine wegen der Eiweißfrage, ein Zusammenhang zwischen Tofu-Herstellung und Sojaghurt-Herstellung, weshalb ich mich für meine ausschweifenden Abhandlungen entschuldige.
    Herzliche Grüße nochmals.

  18. Hallo zusammen,
    ich habe schon Joghurt aus selbstgemachter Sojamilch hergestellt. War kein Problem. Zum Starten habe ich Sojajoghurt genommen, aber da auch gelesen dass es wohl auf die Sorte ankommen soll. Und der Joghurt war stichfest =)
    Liebe Grüße, Helena

  19. Hat bei mir überhaupt nicht geklappt. Habe sojadrink von alnatura genommen, 2,5 Esslöffel Zitronensaft,in den Topf und dann die Sojamilch mit einem Schwung dazu und ab auf die Herdplatte. Habe mich kaum gewagt zu rühren dann aber irgendwann am Kochgeräusch gehört, dass es anfängt anzusetzen. Die Milch war aber bestimmt mind. 80C heiß. Sofort vom der Platte runter und ganz vorsichtig mit dem Löffel am Boden das Ansetzen gefühlt.
    Nach 10 min absoluter Ruhe habe ich es abgeseiht. Ich habe jetzt ein verschmutztes Geschirrhandtuch mit ein paar geronnen Flocken, und warme Sojamilch mit Zitronensaft. :-(
    Kann ich da noch was retten?

  20. @Nicole

    Das liegt an der Sojamilch von Alnatura!!! Mit der kann man z.B. auch keine Mayo machen. Also andere Milch kaufen und nochmal versuchen!

  21. Also wenn man den Tofu schön gut ausdrückt und anschließend mehrere Stunden presst, müsste er eigentlich fester werden. Probiere ich gerade aus. Hab nach dem gleichen Prinzip mal Käse selbstgemacht und der war nach ca. 2 Stunden gut schnittfest. Und meinen Tofu hab ich gerade erst zum Pressen auf den Balkon gestellt und der ist jetzt schon fester als der Käse damals beim Beginn des Pressens.

    @Nicole: Vielleicht liegt es auch daran, dass du den Zitronensaft direkt reingemacht hast? Es steht zwar so oben im Rezept, aber ich mache sie erst kurz vorm Köcheln rein. Aber es kann natürlich, wie Gomlo sagte, auch an der Alnatura Milch an sich liegen. Das weiß ich nicht… Ich habe Sojamilch vom Real benutzt.

  22. Hallo,
    wenn es nicht unbedingt „süß“ verarbeiteter Tofu werden soll, klappt eine Kombination aus Zitronensaft und Salz hervorragend: ein Teelöffel Zitronensaft + ca 1/4 Teelöffel Salz. Damit habe ich bislang jede Sojamilch zu Tofu bekommen, die so auf dem Markt ist… nur die Konsistenz variiert, von sehr feinen Eiweißflöckchen wie beim Seidentofu bis hin zu sehr grobkörnigem, festen Tofu. Wenn man vorsichtig dosiert, kann man damit aber auch Käsekuchen machen… ausprobieren, welche Milchvariante dem eigenen Geschmack an Konsistenz entspricht. Allerdings ist mein Tofu aus selbstgemachter Sojamilch leicht bitter geworden, weswegen ich die nicht mehr dafür verwende.
    Gruß, Lily

  23. Danke für die Tipps Lily! :)

  24. Pingback: Tofu, selbst gemacht | Kokon aus Luft

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