Kale ist in der amerikanischen Rohkostszene der Gott aller Gemüsesorten und ich selbst esse ihn auch total gern roh. Zum Beispiel getrocknet, in Form von Grünkohl Chips. Aber es geht auch deftig, warm und winterlich. Heute mal in Verbindung mit Paprika, Tofu und Sojasahne. Dazu gibt es gebundene Karotten und Kartoffeln.
Grünkohl ist ein so dankbares Gemüse: Egal ob zu Pasta als Grünkohl-Bolognese, in Form von Grünkohl-Chips, als Saft oder in Smoothies (ein Detox-Wunderwerk) oder ganz klassisch gedünstet mit veganen Würstchen – “Kale” ist einfach zuzubereiten. Bis vor ein paar Jahren war das supergrüne Gemüse noch ein Relikt der guten alten (angestaubten) Hausmannskost. Das hat sich mittlerweile, nicht zuletzt durch die Rohkostbewegung mit ihren tollen Grünkohl-Rezepten, geändert. Dieses Gericht gehört zwar nicht in die Rubrik Rohkost, dafür aber in die Kategorie deftig und lecker. Die Karotten werden mit der guten alten Mehlschwitze gebunden und sind Sauce und Beilage zugleich. Da kommen bei mir Kindheitserinnerungen hoch. Ein bisschen schwer wird das Ganze dadurch schon, aber ich persönlich esse solche Gerichte auch nur sehr selten und wenn, dann genieße ich sie umso mehr! Da soll nochmal einer sagen, Hausmannskost geht nicht ohne Fleisch. Das Rezept ist für 2 bis 3 Personen ausgelegt. Wenn ihr es im Menü mit Vorspeise und Dessert serviert, reicht es locker für 4.
Zutaten für die gefüllte Paprika
- 2 -3 große Paprikaschoten oder 4 -5 kleine
- 1 Block Naturtofu (200 g) oder die selbe Menge gequollene Sojaschnetzel (fein)
- 1 EL Tamari oder Sojasauce
- 1 Zwiebel
- 2 große Blätter Grünkohl
- 5 EL Hefeflocken
- 1 TL Senf
- Saft einer halben Zitrone
- 1 Knoblauchzehe
- 3 EL Sojamilch
- 1/2 TL Salz
- Pfeffer aus der Mühle
- etwas Muskatnuss (frisch gerieben)
- Öl zum Braten
Für die Beilagen
- 7 mittelgroße Kartoffeln
- 12 mittelgroße Karotten
- 1 EL Mehl
- 2 EL Margarine
- 1 TL Agavensirup (optional)
Zubereitung
1. Die Kartoffeln schälen und halbieren, mit ausreichend Wasser (so, dass alles knapp bedeckt ist) und einem halbem TL Salz aufsetzen. Um Energie zu sparen lasse ich alles immer stark aufkochen und reduziere die Temperatur dann auf ein Minimum. Die Kartoffeln verkochen so nicht so schnell und ihr habt genug Zeit, euch den anderen Zutaten zu widmen.
2. In einem weiteren Topf zwei Liter Wasser zum Kochen bringen, einen gestrichenen TL Salz hinzugeben und die Grünkohlblätter (Stiehlansätze vorher entfernen) für zwei Minuten kochen lassen. Herausnehmen, mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen. Das Wasser erneut auf den Herd setzen und die geschälten und in Scheiben geschnittenen Möhren hineingeben. Auch sie sollten knapp bedeckt sein. Ggf. muss die Wassermenge also angepasst werden. Die Möhren sollten nun bei mittlerer Hitze ca. 10 – 15 Minuten bissfest garen.
3.Währenddessen kommen die Paprika an die Reihe. Diese so abschneiden, dass oben ein Hut entsteht. Danach das Kerngehäuse vorsichtig herausnehmen.
4. Den Tofu zerbröseln und in Öl sehr scharf anbraten. Er sollte richtig braun und knusprig werden. Wer keinen Tofu zur Hand hat, kann auch die selbe Menge Sojageschnetzeltes nehmen.
5. Für die Füllung: In einer Schüssel die Hefeflocken, den Senf, den Zitronensaft, 1/2 TL Salz, die gepresste/ gehackte Knoblauchzehe und die Sojamilch vermengen. Den Grünkohl ausdrücken, hacken und ebenfalls hinzugeben. Alles mit Pfeffer und Muskat abschmecken.
6. Hat der Tofu fast die richtige Farbe, kommen Tamari/Sojasauce und eine gehackte Zwiebel hinzu. Alles weitere 5 Minuten anschwitzen und dann mit dem gehackten Grünkohl und dem Hefeschmelz vermengen. Alles locker in die Paprika füllen, die Deckel aufsetzen und für 10-15 Minuten bei 180°C Umluft oder 200°C Ober- und Unterhitze in den Ofen geben. Die Paprika sollte leicht gebräunt, aber nicht “verkocht” sein.
7. Während die Paprika noch im Ofen gart, sollten die Möhren fertig sein. Nehmt die Pfanne noch einmal zur Hand und schmelzt 2 EL Margarine darin. Dann gebt das Mehl hinzu und rührt alles gut unter. Diese “Mehlschwitze” sollte nun nur 2 Minuten lang “angeröstet” werden (sie sollte danach leicht nussig duften). Dann mit einem Teil des Möhren-Kochwassers ablöschen und diese Mischung in den Topf zu den Möhren geben. Umrühren und nochmal kurz aufkochen lassen, damit der Mehlgeschmack verschwindet und die Mehlschwitze ordentlich abgebunden wird. Ggf. mit einem TL Agavensirup abschmecken.
8. Zum Schluss die Kartoffeln abgießen und alles zusammen auf einem Teller servieren, ein kühles Bier dazu. Lecker!


